Wie fast jedes Jahr sind wir, meine liebe Frau Gundl und ich, auch diesmal, für über zwei Monate, nach Nairobi / Kenia geflogen.
Nach nun vier Wochen Aufenthalt hier in Nairobi versuche ich
einen Bericht zu verfassen für alle die daran Interesse haben.
Wir sind mit der SWISS über Zürich geflogen. Abflug in Wien um 07:00
Uhr Ankunft in Nairobi um 18:10 Uhr Ortszeit, also fast genau 12 Stunden für
über 7.000 Kilometer.
Nairobi beeindruckt uns immer wieder zuerst bei der Ankunft die schwüle
heiße Luft am Flughafen, in der Stadt der extrem starke Verkehr und dann
das Grundstück am See fast wie im Paradies.
Wir wohnen in einem ca.250 m² großen ebenerdigen Häuschen an einem kleinen See, dem LAKE VIEW, im Nordwesten Nairobi´s.
Der Garten ist immer grün und irgend etwas blüht hier immer.
Der See, Lakeview, hier im Hintergrund hat ein stark grünes Wasser, das meiner Meinung nach von dem mangelnden Wasserzufluss herrührt.
Im See sind zwei kleine Inseln. Dort und in den Bäumen rund um den See wohnen hunderte Vögel. In erster Linie Ibisse und Nilgänse. Die meiste Vögel sind uns absolut fremd, die kleinsten sind wohl Kollibries den die naschen ununterbrochen an den zahlreichen Blütenkelchen.
Als Personal haben wir hier eine Haushälterin und einen
Gärtner.
Die Haushälterin hält das ganze Haus sauber
und in Ordnung und will so gerne die Wiener Küche lernen. Für ein
Monat erhält sie ein Salär von KES 9.000.-( ca.€ 90.-) dafür
ist sie sechs mal die Woche von 8 bis 17 Uhr im Haus.
Der Gärtner ist natürlich für den Garten zuständig aber
auch für das Wagenwaschen, Einfahrt öffnen und alle schweren Arbeiten
die so anfallen. Der Gärtner erhält für seine Leistungen bei
der selben Arbeitszeit KES 7.500.- ( ca.€ 75.-). Dies ist hier ein gehobenes
Gehalt und beide sind auch sehr zufrieden damit.
Nairobi liegt ca. 120 Kilometer südlich des Äquators
und wir leben hier in 1.770 Meter Höhe. Durch die grosse Höhe ist
das Wetter hier sehr ausgeglichen und eher kühl. Morgens hat es zwischen
13 und 17 Grad, nachmittags hat es jetzt im Oktober zwische 23 und 27 Grad.
Mitte Oktober, also jetzt, soll die kleine Regenzeit beginnen. Alle warten auf
den Beginn der Regenzeit denn die große Regenzeit im Frühjahr ist,
wieder einmal, fast gänzlich ausgefallen. Für uns aber gibt es deshalb
kaum Probleme, der Garten ist schön grün, nur manchmal fällt
tageweis das öffendliche Wasser aus.
An diverse Ausfälle gewöhnt man sich hier rasch, Strom fällt
in der Woche mindestens drei mal aus. Dafür steht hier ein Stromagregat
mit dem diese Zeit überwunden wird. Festnetztelefon funktioniert nur zeitweise
und da eher schlecht. Mobiltelefon macht da viel weniger Ärger, die Versorgung
ist im ganzen Land recht gut. Internetzugang über Festnetz ist kaum möglich.
Über ein "BROADBAND" Funk Modem ist seit kurzem der Internetzugang
aber durchaus vernünftig schnell.
Hier habe ich die Aufgabe drei Fahrzeuge,
die als Wohnmobil ausgebaut sind, zu pflegen, zu warten und zu bewegen.
Pinzgauer 718 M TD Dreiachser Baujahr 1988
VW Syncro Bus Baujahr 1988
Toyota LJ 78 Baujahr 2002
Mit den obigen Fahrzeugen haben wir, Gundl und ich, bisher seit
1993 ca.34.000 Kilometer in Kenia zurückgelegt.
Die Strassen sind in Kenia für uns Mitteleuropäer das pure Abenteuer.
Den Linksverkehr beherrscht man sofort. Nicht gewöhnen kann ich mich an
den schlechten Zustand der Strassen. Die geteerten Strassen sind dermaßen
mit Schlaglöchern überseht, dass man ununterbrochen mit schweren Schäden
an den Fahrzeugen rechnen muß. Die Naturstrassen sind da etwas besser,
erstens ist man da meist alleine unterwegs und kann sich die bessere Strassenseite
aussuchen, zweitens fährt man da doch wesendlich langsamer. Als Ausgleich
sind Naturstrassen dafür meist sehr staubig oder wenn es regnet gibt es
extremen Schlamm.
Teil einer weggeschwemmten Sandstrasse bei der Fahrt zu Magadisee.
Zufahrt zur Olorgesaillie Ausgrabung.
Belege, dass erectus immer stärker in die Tierwelt der Gegend eingriff, liegen verstreut auf dem Boden der Fundstätte Olorgesailie, ungefähr eine Autostunde von Nairobi entfernt im Großen Rift-Tal. Hier führten Louis und Mary Leakey in den vierziger und fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts umfangreiche Ausgrabungsarbeiten durch. Weiter hier
Magadi See an der Tansanischen Grenze.
Die 120 Kilometer Fahrt von Nairobi zum Magadi See führt von 1.770 Höhenmeter, hier in Lakeview, auf ca. 2.350 Höhenmeter im Bereich von Ngong weiter hinab auf 609 Höhenmeter. Dort unten in Magadi hat es dann immer so um die 40 Grad und absolut trockene salzige Luft mit dem eigenen Geruch eines Sodasees. Die Strasse Nairobi - Magadi wird von dem Sodawerk Magadi erhalten und war immer eine der besten Strassen in Kenia. Seit zwei Jahren ist ein ständiger Verfall der Strasse festzustellen. Diesmal hat die Fahrt wegen der vielen Straßenschäden gar keinen Spaß gemacht.
Ein alter Kikuyu-Spruch besagt:
Wer einmal das Wasser Afrikas getrunken hat, kommt immer wieder.